Ergebnisse

Was hat die Rodtegg erreicht, was will sie in Zukunft erreichen?


Der Bereich «Ergebnisse» dokumentiert, was die Rodtegg in Bezug auf «Ausrichtung» und «Realisierung» erreicht hat. Der Blick ist prognostisch auf künftige Entwicklungen gerichtet. Ergebnisse werden hier unterschieden in «Wahrnehmungen der Interessengruppen» und «Strategie- und leistungsbezogene Ergebnisse». In diesen Bereichen sind die Daten und Kennzahlen der aktuellen MR grafisch eingearbeitet. Zielvorgaben und Benchmarks helfen die Ergebnisse der Rodtegg in einen grösseren Rahmen einzuordnen.

Warum überhaupt eine MR? Die strategische und operative Führung der Rodtegg setzen sich systematisch mit der Qualität der Leistungserbringung und mit dem Qualitätsmanagement auseinander. Dabei treffen sie auf der Grundlage von Kennzahlen, Daten und Fakten Entscheide für die Weiterentwicklung der Rodtegg. Als Bewertungsgrundlagen werden Ergebnisse aus Audits, Befragungen und der Datenanalysen herangezogen.

Eine MR entspricht einer Normanforderung von ISO 9001 und beinhaltet die von der KOSEG – Kommission für soziale Einrichtungen – geforderten Berichtspunkte. (Fürs Jahr 2019 werden letztere allerdings nicht eingefordert.)

Wahrnehmungen der Interessengruppen

Zufriedenheit und Kohärenzgefühl Mitarbeitende

Die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden der Rodtegg bewegt sich seit Jahren auf sehr hohem Niveau. Der sinkende Trend ab 2012 ist zurückzuführen auf kantonale Sparvorgaben (z. B. höhere Arbeitszeitverpflichtung), die Reorganisation von 2014 bis 2017 sowie den Mutationen im Zusammenhang mit der Angebotsverschiebung (weniger Kinder und Jugendlichegruppen, mehr Erwachsenengruppen).

Die höchsten Werte von je 84% erreichten 2018 “Arbeit macht mir Freude” und “gehe gerne zur Arbeit”, gefolgt von 83% “werde respektvoll behandelt». Die tiefsten Werte von 70% erreichten “Zusammenarbeit zwischen den Bereichen” und “GL sind für Bedürfnisse der MA präsent”. Unser Ziel besteht im Erhalt einer hohen 80%igen Zufriedenheit am Arbeitsplatz, was dem Leitbildinhalt zu unseren Mitarbeitenden entspricht.

Der Referenzwert zum Kohärenzgefühl stammt aus der Arbeitspsychologie. Die Rodtegg übertrifft diese Benchmark klar, was ein Hinweis auf gute und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen gibt.

Informationen zu den Daten

Die Befragung der Mitarbeitenden wird im Dreijahresrhythmus durch eine externe Institution durchgeführt. Methodisch handelt es sich um eine standardisierte Online-Befragung aller Mitarbeitenden. Der Link zur Umfrage wurde der Zielgruppe per E-Mail zugestellt. Der Rücklauf betrug in den letzten Jahren immer über 70%.

Die ausgewiesene Zufriedenheit ist der gemittelte Wert aus den Antworten zu den Fragebereichen: Arbeitsfähigkeit, Zufriedenheit, Freude, Arbeitsklima, respektvolle Behandlung, genügend Zeit, um Arbeit zu erledigen, Aufgaben entsprechend Fähigkeiten, Selbstständigkeit, Arbeitsabläufe definiert, Ideen ernst genommen, gehe gerne zur Arbeit, gute Balance, Abschalten, Rodtegg weiterempfehlen.

Das Ergebnis des Kohärenzgefühls ist der Mittelwert aus den Ergebnissen der Antworten zu Kohärenzgefühl, Sinnhaftigkeit, Verstehbarkeit und Handhabbarkeit. Der Referenzwert zum Kohärenzgefühl bei Erwerbstätigen in der Schweiz liegt bei 72%.

Zufriedenheit ausgetretene Mitarbeitende

Die Ursachen, die zum Austritt aus einer Institution führen, sind vielfältig: Abschluss einer Ausbildung, berufliche Neuorientierung, unfreiwilliges Ausscheiden aufgrund Wegfall der Stelle, Pensionierung und weitere. Entsprechend unterschiedlich präsentieren sich die Motivationslagen am Ende der Zusammenarbeit. Der bereits bei der Mitarbeiterbefragung feststellbare Trend von abnehmender Zufriedenheit auf hohem Niveau ist auch hier erkennbar. Gründe sind Restruktruierungsmassnahmen und kantonale Sparvorgaben. Bemerkenswert ist die Entwicklung seit dem Wechsel zur Befragung durch eine externe Institution 2016. Die qualitativen Rückmeldungen bei den persönlichen Austrittsgesprächen zeigen, dass die Mehrheit der befragten Personen positiv auf die Zeit in der Rodtegg zurückblickt, was uns wichtig ist.

Informationen zu den Daten

Bis 2015 wurde die Erhebung durch die Rodtegg vorgenommen. Seit 2016 führt diese die HSLU durch, gleichzeitig wurde der Fragekatalog überarbeitet. Der Link zur Befragung wird per Mail allen austretenden Mitarbeitenden zugestellt. 25 Personen haben den Fragebogen 2017 ausgefüllt, was dem hohen Rücklauf von 69% entspricht. Per Stichtag (31.12.) wird jeweils die Austrittsbefragung durch die HSLU ausgewertet, sofern die Mindestzahl N >10 erreicht wird.

Das Ergebnis ist der Mittelwert aus den Ergebnissen der Antworten zu: Gesamteindruck, Vorgesetzte behandelte mich fair/war guter Chef, Anliegen wurden ernst genommen/wurde wertgeschätzt, würde die Rodtegg weiterempfehlen, Aufgabenbereich entsprach meinen Fähigkeiten, wurde respektvoll behandelt, Arbeitsklima war gut, Arbeit machte mir Freude und Aussagen zu den Negativfaktoren zu viele Aufgaben, körperliche Belastung, Work-Live-Balance, Zeitdruck.

Zufriedenheit Erwachsenen-Klientel

Die Ergebnisse der Umfrage der Erwachsenen-Klientel zeugen von einer sehr hohen Zufriedenheit mit allen Fachbereichen der Rodtegg. Damit werden die informellen Feedbacks aus dem Alltag empirisch bestätigt. Im Langzeitvergleich tendiert die Einschätzung von “sehr gut” zu “eher gut”. Die Gründe dafür sind divers und lassen sich nicht eindeutig einer Thematik zuführen. Einzelne Massnahmen fliessen in die Zielsetzungen der zuständigen Fachbereiche ein.

Die erstmalige Befragung der Beistände der Erwachsenen-Klientel 18+ zeigt ebenso eine erfreulich hohe Zufriedenheit. Unser Ziel ist die Beibehaltung einer mindestens 80%igen Zufriedenheit.

Informationen zu den Daten

Die Befragung der Erwachsenen-Klient/-innen wird im Dreijahresrhythmus durch eine externe Institution durchgeführt. Die Fragen werden jeweils vor der Befragung auf die Klientel adaptiert. Bei den Befragungen handelt es sich um Vollerhebungen anhand von mündlichen Leitfadeninterviews vor Ort. Die Rücklaufquote liegt nahe 100% bei durchschnittlich 49 Personen.

Beim Angebot 18+ wurden 2017 erstmals die Beistände befragt. 10 Personen haben teilgenommen, was einer Rücklaufquote von 83% entspricht. Die Befragung der Klientel im Fachbereich 18+ konnte aufgrund der zu geringen Anzahl nicht ausgewertet.

Die ausgewiesene Zufriedenheit bei den Beiständen (Fachbereich 18+) ist der gemittelte Wert aus den Antworten zu Zusammenarbeit, Therapieangebot, medizinische Versorgung, Organisation der ärztlichen Versorgung, Organisation der Versorgung mit Medikamenten. Unser Zielwert bei gemittelter Zufriedenheit liegt bei 80%.

Zufriedenheit Angehörige von Lernenden

Die Ergebnisse liegen seit Jahren konstant auf sehr hohem Niveau. In Zukunft gilt es primär das hohe Level der Zufriedenheit mit der Betreuung in der separativen Sonderschule zu halten. Eine Steigerung ist im gegebenen Kostenrahmen kaum möglich. Bei weiteren qualitätssteigernden Massnahmen ist das Kosten-Nutzenverhältnis im Auge zu behalten. Kantonale Vorgaben z.B. zu Sammeltransporten oder zur Fachpersonalquote (Betreuungsverhältnis) müssen eingehalten werden.

2019 würden 94% der Befragten die Rodtegg weiterempfehlen, was für eine sehr hohe Zufriedenheit mit der Institution und ihren Dienstleistungen spricht. Der sinkende Rücklauf muss bei der nächsten Befragung beobachtet werden.

Informationen zu den Daten

Die Befragung der Eltern oder Beistände der Lernenden wird im Dreijahresrhythmus durch eine externe Institution durchgeführt. Methodisch handelt es sich um eine standardisierte Online-Befragung. Der Link zur Umfrage wurde der Zielgruppe per E-Mail zugestellt. 2019 wurden 99 Angehörige zur Teilnahme an der Befragung eingeladen, wovon 37 Personen teilgenommen haben, was einen geringen Rücklauf von 37% darstellt. Die Rücklaufquote ist somit im Vergleich zu 59% im Jahr 2016 und 72% im Jahr 2013 deutlich niedriger. Die ausgewiesene Zufriedenheit ist der gemittelte Wert aus den Antworten zu den einzelne Fragebereichen. Unser Zielwert bei gemittelter Zufriedenheit liegt bei 80%.

Strategie- und Leistungsbezogene Ergebnisse

Anzahl Mitarbeitende

Die Rodtegg ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und gehört zu den sechs grössten Zentralschweizer Arbeitgebern im Sozialbereich. Ursache dieses Wachstums bildet die allmähliche Angebotsverschiebung vom Wocheninternat hin zu 18+. Diese Wohnform für Erwachsene ist ein 365Tage-Angebot und erfordert ungleich höheren Betreuungsaufwand als das Wocheninternat für Kinder und Jugendliche. Mehr angestellte Fachkräfte in den Bereichen Pflege und Schule sind in den zunehmend komplexeren Krankheitsbildern der Klientel begründet.
In der Schule können aufgrund geänderter Praxis bei der Studienzulassung weniger Praktikant/-innen angestellt werden. Diese Stellen werden inzwischen mehrheitlich durch festangestellte Klassenassistent/-innen ersetzt.

Informationen zu den Daten

Anzahl Mitarbeitende gibt an, wieviel Personen mit der Rodtegg in einem Arbeitsverhältnis stehen. Zu unterscheiden sind Festangestellte und befristet Angestellte: Zu befristet Angestellte werden Praktikant/-innen, Aushilfen, Stellvertretungen sowie Mitarbeitende mit Lehrvertrag gezählt. Nicht eingerechnet werden Zivildienstleistende oder Praktiant/-innen ohne Vertrag. Klient/-innen der bürowärkstatt haben einen Arbeitsvertag der Rodtegg. Stichtag für die Datenerfassung ist der 31.12.

Vollzeitäquivalente und Anstellungsgrad

Die Rodtegg ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und gehört zu den sechs grössten Zentralschweizer Arbeitgebern im Sozialbereich. Dies zeigt sich bei den Vollzeitäquivalenten. Ursache dieses Wachstums bildet die allmähliche Angebotsverschiebung vom Wocheninternat hin zu 18+. Diese Wohnform für Erwachsene ist ein 365Tage-Angebot und erfordert ungleich höheren Betreuungsaufwand als das Wocheninternat für Kinder und Jugendliche. Mehr angestellte Fachkräfte in den Bereichen Pflege und Schule liegen in den zunehmend komplexeren Krankheitsbildern der Klientel begründet.

Die Rodtegg zielt auf einen durchschnittlichen Anstellungsgrad von 70 %, der demnächst erreicht werden kann. In einzelnen Fachbereichen wird dagegen eine tiefere Teilzeitanstellungen angestrebt z.B. bei der Mittagsassistenz, Wohnen Kinder & Jugendliche.

Informationen zu den Daten

Vollzeitäquivalent (Abkürzung: VZÄ) gibt an, wie viele Vollzeitstellen sich rechnerisch aus den Pensen der Teilzeitbeschäftigten ergeben. Diese hypothetische Grösse besagt, wie hoch die Zahl der Erwerbstätigen wäre, wenn es nur Vollzeitarbeitsplätze gäbe.
Der Anstellungsgrad ermittelt sich aus der VZÄ und der Anzahl festangestellten Mitarbeitende.

Ausbildungsplätze Personal

Die Rodtegg bietet aus Überzeugung Arbeitsplätze für die duale Lehre und für tertiäre Ausbildungen an. In der beruflichen Grundbildung werden Lehrstellen für EFZ Kauffrau/Kaufmann, EFZ Fachmann/-frau Betreuung (FaBe) und EFZ Koch/Köchin besetzt. Im Tertiär-Bereich stehen Ausbildungsplätze für Sozialpädagogik, Arbeitsagogik und Heilpädagogik zur Verfügung. Die Rodtegg hat hohe Ausbildungsbereitschaft und entscheidet sich bewusst Ausbildungsbetrieb zu sein. Sie liegt im Vergleich über der Lernendenquote Schweiz und leistet damit einen Beitrag gegen den Fachkäftemangel. Bis heute ist die Rodtegg in der Lage das notwendige Personal zu rekrutieren. Häufig nehmen ehemalige Praktikanten/-innen oder Lehrabsolventen/-innen nach Abschluss in der Rodtegg eine Festanstellung an.

Der Anstieg im Tertiär-Bereich ab 2014 erklärt sich mit dem Ausbau des Angebots 18+ (365 Tage-Angebot). Seither konnten mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden. Schwankungen resultieren aus unterschiedlicher Ausbildungsdauer und aus der Zusammensetzung der Teams.

Informationen zu den Daten

Die duale Lehre gehört zur beruflichen Grundbildung der Schweiz. Sie kann mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis EFZ oder eidgenössischem Berufsattest EBA abgeschlossen werden. Nach der beruflichen Grundbildung besteht die Möglichkeit eine Ausbildung im Tertiär-Bereich (Höhere Fachschule, Fachhochschule und Hochschule) zu absolvieren. Die Rodtegg bietet Ausbildungsplätze in der Sekundär- und Tertiärstufe an. Stichtag der Datenerhebung ist jeweils der 31.12. Nicht eingerechnet sind befristete Praktika im Rahmen von Vollzeitausbildungen (Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Sozialpädagogik). Als Referenzwert für die berufliche Grundbildung wird die schweizerische Lernendenquote (Anzahl Lernende pro 100 Vollzeitstellen), die bei 5% liegt, beigezogen.

Fachpersonalquoten Wohnen

Bei der Fachpersonalquote gilt es zwischen unterschiedlichen Ansprüchen zu balancieren. Einerseits ist hohe Fachlichkeit und Betreuungsqualität anzustreben, anderseits muss dieser Anspruch finanziert werden können. Die finanziellen Rahmenbedingungen zwingen Institutionen anstelle von Fachpersonal wie ausgebildete Sozialpädagog/-innen, Fachmann/-Frau Betreuung (FaBe) auch günstigere Betreuungsassistent/-innen ohne pädagogische oder pflegerische Ausbildung anzustellen.

Im Bereich A Wohnen Kinder & Jugendliche übertrifft die Rodtegg den Richtwert markant. Im Bereich B Wohnen Erwachsene wird der Richtwert ebenfalls seit mehreren Jahren deutlich übertroffen. Hier ist auf die hohen Fluktuationsrate im Personal hinzuweisen. Trotz des Fachpersonalmangels in Pflege- und Betreuungsberufen verfügt die Rodtegg bisher über genügend qualifiziertes Personal. In der Zukunft sind absehbar grosse Anstrengungen notwendig.

Informationen zu den Daten

Die Fachpersonalquote ist eine Qualitätsanforderung an das Fachpersonal in SEG-Einrichtungen des Kantons Luzern. Sie definiert eine Mindestzahl des Betreuungspersonals, welches über eine anerkannte Ausbildung verfügen muss. Im Bereich A (Wohnen Kinder & Jugendliche) sind dies 66%, im Bereich B (Erwachsene) 50%. Als Fachpersonal gelten Betreuungspersonen, die über einen eidgenössisch anerkannten Ausbildungsabschluss im Sozial- oder Gesundheitsbereich oder über einen interkantonal anerkannten Abschluss im Betreuungsbereich verfügen. Mitarbeitende, die sich auf tertiärer Stufe in Ausbildung befinden, werden voll eingerechnet. Mitarbeitende in beruflicher Grundbildung werden im letzten Jahr zur Hälfte als Fachpersonal angerechnet.

Personalfluktuation

Seit Jahren beobachtet die Rodtegg eine Tendenz zu wachsendem Personalwechsel. 2019 gilt dies so nicht mehr explizit. Im letzten Jahr wurden in der Rodtegg 32 Arbeitsverhältnisse aufgelöst. Die Tendenz zur wachsenden Fluktuation der Vorjahre liess sich erklären mit der Verlagerung des Wohnangebotes von Kinder und Jugendliche in den Erwachsenenbereich und den Herausforderungen im Aufbau neuer Wohnform 18+. Ausserdem ist im Bereich 18+ die Verweildauer des eher jüngeren Personals im pflegeintensiven Bereich 18+ ist geringer als im Bereich Kinder und Jugendliche. Beeinflusst wird die Personalfluktuation in Berufen mit hohem Frauenanteil ausserdem durch Familienplanung und der Haltung in der Rodtegg, dass nur eine geringe Anzahl Mitarbeitende mit tiefen Pensen beschäftigt werden. Die Rodtegg bemüht sich ihr Personal mit attraktiven Anstellungsbedingungen (Sozialversicherungen, Fringe Benefits und Kultur) zu halten. Zurzeit können Vakanzen noch gedeckt werden u. a. auch durch das Anbieten von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen. (Vgl. Kennzahl Ausbildungsplätze) Die Fluktuation gilt es zu beobachten.

Informationen zu den Daten

Fluktuation bezeichnet den Wechsel des Personals in einer Unternehmung. Die Fluktuationsrate misst per 31.12. den Anteil der Abgänge der festangestellten Mitarbeitenden an der Anzahl der festangestellten Mitarbeitenden. Eine tiefe Zahl deutet auf hohe Stabilität im Personal hin.

Gesundheitsbedingte Absenzen

Seit 2015 wuchs der Anteil Personalkosten am Gesamtaufwand kontinuierlich von 75% auf 81% (+2.5 Mio.). Hintergrund ist das Wachstum Gesundheitsbedingte Absenzen sind für den Grossteil des jährlichen Absenzenvolumens der Mitarbeitenden verantwortlich. Die Werte verharren auf hohem Niveau und liegen in den letzten Jahren immer über dem BFS-Referenzwert. Die Quote von fast 3.8% entspricht zwei Wochen Arbeitszeit, was beträchtliche Kostenfolge hat. Immerhin darf in den letzten drei Jahren eine sinkende Quote konstatiert werden. Die hohen Ausfälle erklären sich einerseits mit arbeitsbedingter Nähe zum Klientel mit entsprechender Ansteckungsgefahr. Anderseits ist strengere körperliche Arbeit im Betreuungsalltag bei Schwangerschaft (in der Rodtegg werden 78% der VZÄ von Frauen belegt) oder körperlicher Verletzung oft kaum mehr möglich. Von Arbeitgeberseite sind Absenzen mit Ursache Mutterschaft, Militär, Krankheit von Kindern nicht beeinflussbar, ausser es würde bewusst eine andere Anstellungspolitik gewählt, was auf dem Hintergrund drohenden Fachkräftemangels in Sozial- und Gesundheitsberufen kurzsichtiges Handeln bedeutete und auch ethisch nicht vertretbar wäre. (Vgl auch Kennzahl und Erläuterung zu den Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen.)

Informationen zu den Daten

Die Quote der gesundheitsbedingten Absenzen in Folge Krankheit oder Unfall wird auf der Basis der geleisteten Arbeitsstunden ermittelt. Eine Quote von 4% bedeutet, dass bei 300’000 Arbeitsstunden 12’000 Stunden ausfallen. Die Daten entstammen dem Zeiterfassungsystem der Rodtegg. Bei den Krankheitsabwesenheiten sind neben Krankheiten auch Militär/Schwangerschaften und die Betreuung von kranken Kindern erfasst. Bei Unfällen handelt es sich um Betriebs- und Nichtbetriebsunfälle. Der Referenzwert stammt vom Bundesamt für Statistik (BFS) und ist repräsentativ für Sozial- und Gesundheitsberufe.

Betriebs- und Nichtbetriebsunfälle

Die Werte bei Nichtbetriebsunfällen liegen in der Rodtegg auffällig über dem Referenzwert. Die meisten NBU passierten beim Sport, insbesondere beim Wandern. Auffallend bei den NBU ist der hohe Anteil von Fällen mit Tieren. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Zeckenbisse, welche in den letzten Jahren zugenommen haben. Gemäss Bundesamt für Gesundheit BAG werden die Risikogebiete laufend ausgeweitet und neu zählt auch der ganze Kanton Luzern dazu. Die Rodtegg hat als Antwort auf diese hohe Anzahl NBU Massnahmen ergriffen und unter anderem eine Haustagung zum Thema Unfallprävention durchgeführt.

Die Betriebsunfälle liegen im Rahmen des Referenzwertes. Die Hälfte der BU waren Bagatellfälle, d.h. die Absenz betrug max. 3 Tage. Bei den restlichen BU handelte es sich vor allem um Verletzungen als Folge von Stürzen.

Informationen zu den Daten

Die Angaben sind hochgerechnet auf 100 Angestellte. Damit können die Referenzwerte von 500 ausgewerteten Heimen in der Schweiz zwischen 2005 und 2017 zum Vergleich beigezogen werden. Der Berufsunfall (BU) ist in der gesetzlichen Unfallversicherung ein Unfall eines Arbeitnehmers, den dieser während der Arbeitszeit oder auf dem Arbeitsweg erleidet. Der Nichtbetriebsunfall (NBU) findet in der Freizeit statt. Es sind alle BU und NBU des Rodtegg Personals (ohne Klient/-innen der “bürowärkstatt”) eingerechnet.

Vorkommnisse und Unfälle

Bei den erfassten Vorkommnissen handelt es sich hauptsächlich um Nichteinhalten von Regeln, um Stolpern oder Stürze und Kollisionen. Der permanent hohe Wert gemeldeter Vorkommnisse weist auf eine sehr hohe Sicherheitskultur in der Rodtegg hin. Durch die grosse Sicherheits-Sensibilisierung der Mitarbeitenden liegt der Wert markant über dem Referenzwert der Schweizer Heiminstitutionen. Bei gut einem Drittel der Meldungen handelt es sich um Medikamente, die z.B. zu spät verabreicht wurden oder vergessen wurden. Es gab keine Fälle von falsch abgegebenen Medikamenten.

Informationen zu den Daten

Vorkommnisse sind Unfälle oder Beinaheunfälle von Mitarbeitenden oder Drittpersonen (Besucher/-innen, Passanten etc.). Diese werden von Mitarbeitenden mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung und Erhöhung der Sicherheit gemeldet. Die Zahl ist pro 100 Vollzeitstellen berechnet und dadurch mit anderen Insitutionen vergleichbar gemacht. Als Referenzgrösse gelten gemeldete Vorkommnisse in Schweizer Heimen.

Klientel- und Verwaltungsarbeit Wohnen

Das Ziel, einen möglichst hohen Anteil der Arbeitszeit für die Klientel einzusetzen, wird in den letzten Jahren zunehmend besser erreicht. Der notwendige Verwaltungsaufwand bleibt reduziert, was auf optimierte Administrations-Prozesse hindeutet. Demgegenüber wächst der Anteil Arbeitszeit direkt oder indirekt für die Klientel kontinuierlich. Hintergrund dieser Entwicklung ist der wachsende Fachbereich 18+ mit hohem Betreuungsverhältnis und bisweilen sogar einer 1:1-Betreuung über weite Teile des Tages. Ab 2018 müssen vermehrt aufwändige Vorbereitungsarbeiten für den Aufbau von Ateliers geleistet werden.

Informationen zu den Daten

Die Arbeitszeit wird in der Rodtegg detailliert geplant und erfasst. In der Grafik kommen drei zusammengefasste Kategorien zur Darstellung:

Die Arbeitszeit am Klientel (z.B. Hilfestellungen bei der Hygiene, beim Ankleiden, beim Essen; Gespräche führen; Freizeitbegleitung, einzeln oder in der Gruppe).

Die Arbeitszeit für die Klientel, in deren Abwesenheit (z.B. Kontakt mit Angehörigen; Vorbereitungsarbeiten; klientenbezogene, interdisziplinäre Zusammenarbeit; Klientel-Administration).

Arbeitszeit für Verwaltung/Support (Teambesprechungen; Mitwirkung in Arbeits- und Fachgruppen; Administration auf Führungsebene; Weiterbildungen).

In der Grafik sind alle drei Wohnformen zusammengefasst. Anzumerken bleibt, dass die Anteile der Arbeitszeit am/für Klientel bei 18+ aufgrund des hohen Pflegebedarfs noch höher sind als bei Wohnen K&J und bei den Wohnstudios.

Pensenpool Sonderschule

Bislang hat die Rodtegg die gesetzliche Vorgabe zum Pensenpool stets eingehalten und den Spielraum nicht voll ausgeschöpft. In früheren Jahren wurde die Ausschöpfung des Pensenpools um ca. 20% unterschritten. Dies führte 2016 zu einer Neuberechnung der Lektionsansprüche für Lernende mit Körperbehinderung und einer Anpassung nach unten. Entsprechend stieg seither die Ausnützung und sie erreichte im Schuljahr 19/20 erstmals die obere Grenze. Aufgrund des ausgetrockneten Personalmarktes mussten in den letzten Jahren “günstigere” Praktikumsstellen mit “teueren” Assistent/-innen besetzt werden. Einen kumulierenden Effekt dazu ergibt sich aus der zunehmenden Anzahl von pflege- und betreuungsaufwändigen Lernenden. Der Betreuungsaufwand pro Lernende/Lernender steigt kontinuierlich an und ein Trend der Zunahme von Lernenden mit komplexen Behinderungen ist auch für die kommende Jahre zu erwarten. Aufgrund dieser Entwicklungen wird es zunehmend schwieriger den Pensenpool einzuhalten.

Informationen zu den Daten

Der Pensenpool betrifft ausschliesslich die separative Sonderschule. Mit 2019 ist das Schuljahr 2019/2020 gemeint. Für die Sonderschulung sieht die kantonale Gesetzgebung (SLR 409) pro Lernende mit Körperbehinderung eine maximale Anzahl Wochenlektionen vor. Für Kindergarten sind das derzeit 7.2 Le, für die Bassistufe/Primarschule 9 Le und für die Sekundarschule 10.5 Le. Daraus lässt sich die Gesamtheit der zur Verfügung gestellten Wochenlektionen (Pensenpool) ableiten. Die Anstellung des Lehrpersonals muss innerhalb des Pensenpools möglich sein, wobei die verschiedenen Lehrkategorien Heilpädagogen/-innen, Klassenassistenten/-innen, Schulpraktikanten/-innen unterschiedlich gewichtet werden. Die Begrenzung der Lehrpensen mittels Pensenpool dient dem Kanton Luzern als Steuerungsinstrument für die Klassen- und Personalplanung der Sonderschulen. Die Einhaltung der kantonalen Vorgaben wird jährlich überprüft. 

Angebotsauslastung

Wohnen Kinder und Jugendliche: Wegen ungenügender Nachfrage nach Plätzen im Vollzeitinternat wurde das Angebot 2015 und 2018 um je 6 Plätze reduziert. Aktuell umfasst es 12 Plätze. Die Auslastung konnte dadurch erhöht werden.

“bürowärkstatt”: Im Laufe des Jahres müssen wiederholt Austritte sowie Pensenreduktionen von Klient/-innen wegen behinderungsbedingten Gründen mit Neuanstellungen kompensiert werden. Die vereinbarten Auslastungen 2017 und 2018 wurden leicht übertroffen. Hintergrund dazu ist das Bestreben, einerseits die vereinbarte Quote zu erreichen und andererseits neueintretenden Klient/-innen möglichst ein volles Pensum anbieten zu können.

Wohnstudios: Seit August 2016 werden freie Plätze auf der Ausbildungswohngruppe Klient/-innen zur Verfügung gestellt, welche die Ausbildung abgeschlossen haben, aber in den Wohnstudios noch keinen Platz finden. So erreichten wir eine leichte Überbelegung.

18+: Das Angebot befindet sich seit 2015 im Ausbau von einer auf zurzeit drei Wohngruppen. Die Resultate von 2015 und 2016 beziehen sich auf eine angenommene Belegung, die übertroffen wurde. Ab 2018 beziehen sie sich auf die maximal mögliche Belegung bei 3 Wohngruppen. Aufgrund eines Todesfalles und nicht eintreffender kantonaler Prognosen haben wir auch Ende 2019 noch eine Unterbelegung.

Informationen zu den Daten

Der Kanton Luzern bestellt mit dem Leistungsauftrag eine maximale Anzahl an Plätzen in den Bereichen Wohnen und Arbeiten. Die Bedingungen, Berechnungseinheiten sowie die Finanzierung werden in Verträgen geregelt. Die Rodtegg strebt eine maximale Auslastung der Angebote an. Sie kann die Auslastung nur begrenzt beeinflussen. Klient/-innen werden teilweise durch die Dienststellen zugewiesen.

Ein- und Austritte Klientel

Im Jahr 2019 gab es unter der Rodtegg-Klientel etwas mehr Austritte als Eintritte. Im längeren Zeitraum überwiegen tendenziell die Eintritte.

In der separativen Sonderschule (SES) gab es 10 Eintritte. Fünf junge Lernende traten direkt in die Basisstufe ein, zwei wechselten aus der Sonderschulung geistige Behinderung und drei aus der integrativen Sonderschulung Bereich Körperbehinderung in die Rodtegg.

Von den 12 Austritten aus der SeS im Juli 2019 wechselten vier Lernende die Schule, drei in die separative Sonderschulung Bereich geistige Behinderung, eine Lernende wählte ein Sonderschulangebot im Bereich Verhalten. Von acht Schulabgängern am Ende der obligatorischen Schulzeit traten zwei in ein Beschäftigungsangebot (Tagesplatz) ein. Sechs wählten eine berufliche Ausbildung (Insos Pra/EBA).

Der Fachbereich Wohnen Erwachsene verzeichnete einen Austritt. 2019 ist erstmals seit langer Zeit kein Neueintritt in dieses Angebot erfolgt.

Informationen zu den Daten

Der Eintritt in die separative Sonderschule (SES) erfolgt meist Anfang Schuljahr über Neueinschulung oder Übertritt aus integrierter Volksschule. Unterjährige Eintritte sind selten. Der Austritt aus der SeS erfolgt in der Regel bei Erreichung der obligatorischen Schulpflicht oder ausserordentlich bei Wegzug, Todesfall oder ähnlich.

Der Eintritt in den Bereich Erwachsene kann von intern ab SeS erfolgen oder von extern. Gründe für Austritte im Bereich Erwachsene können ein Übertritt in eine andere Institution, in das Assistenzmodell oder ein Todesfall sein. Die Bürofachschule, ein Angebot der IV, ist in dieser Darstellung nicht abgebildet.

IBB-Einreihung Klientel

Die Finanzierung der Leistungen im Bereich Wohnen und Tagesstruktur erfolgt ab 1.1.2020 neu nach IBB. Bereits im Jahr 2018 wurden probeweise IBB-Einreihungen vorgenommen. Die Einstufung in der Kategorie Wohnen veränderte sich im Vergleich der Jahre 2018 und 2019 markant, was sich aus der Entwicklung des durchschnittlichen Einstufungswerts von 3.2 auf 2.9 ableiten lässt. Hintergrund der Entwicklung sind nicht Änderungen in der Klientel, sondern Anpassungen am Indikationenraster. 66% unserer Wohn-Klientel hat somit einen hohen bis höchsten Betreuungsbedarf (Stufe 3 und 4). Wir erwarten, dass sich dieser Wert künftig noch erhöhen wird.

IBB-Einstufung Klientel Tagesstruktur

IBB-Einstufung Klientel Wohnen

Informationen zu den Daten

Mit der Einführung des Individuellen Betreuungsbedarfs (IBB) wird die bisherige pauschale Objektfinanzierung durch eine individuelle subjektorientierte Leistungsabgeltung abgelöst. Der Betreuungsbedarf setzt sich einerseits zusammen aus der Einschätzung der Hilflosigkeit durch die Ausgleichskasse und IV und andererseits aus der Einstufung gemäss der IBB-Indikatorenraster durch die Einrichtung. Der Betreuungsbedarf wird nach Häufigkeit der Betreuungsleistung quantifiziert und in fünf Stufen (IBB 0 bis 4) gruppiert. Die Betreuungsleistungen werden unterteilt in die Kategorien “Wohnen”, “Tagesstruktur ohne Lohn” und “Tagesstruktur mit Lohn”. Die Daten beziehen sich auf die Klient/-innen im IVSE-Bereich B (erwachsene Klient/-innen, ohne Lernende der Bürofachschule).

Kostenentwicklung

Seit 2015 wuchs der Anteil Personalkosten am Gesamtaufwand kontinuierlich von 75% auf 81% (+2.5 Mio.). Hintergrund ist das Wachstum bei den Vollzeitäquivalenten (Vgl. Kennzahl VZÄ und Anzahl Mitarbeitende). Es konnten in der Rodtegg in fünf Jahren 26 Vollzeitstellen geschaffen werden. Demgegenüber verharren die Sachkosten auf dem Niveau von 2015, was auch Folge der kantonalen Sparbemühungen der letzten Jahre ist. In Sachkostenbereich Technik und Verwaltung wurden aufgrund des Spardrucks Anschaffungen und Revisionen zurückgestellt, was absehbar in Zukunft höhere Kosten bringen wird. Die Position Abschreibungen und Finanzaufwand war über fünf Jahre stark rückläufig (-0.8 Mio.). Der reduzierte Gesamtkostenanteil von 10.7% auf 5.9% lässt sich ursächlich der tiefen Verzinsung der Hypotheken und dem ab 2017 gesetzlich neu limitierten Abschreibungssatz auf 2.5% (vormals 3%) zuschreiben. Abschreibungen von Investitionen über die Dauer von langen 40 Jahren erscheint uns wenig hilfreich, insbesondere bei Gebäuden mit hohem künftigen Investitionsbedarf.

Informationen zu den Daten

Die Darstellung zeigt den Anteil der Personal-, Sachkosten und des Finanzaufwand am finanziellen Gesamtaufwand der Rodtegg. Die Daten entstammen den betreffenden Jahresabschlüssen.

Spenden

Im Jahr 2019 haben 439 Personen, Firmen und Stiftungen der Rodtegg Geld gespendet. Das stellt eine überdurchschnittlich hohe Anzahl dar. Aufgrund einzelner grosser Zuwendungen und Legate war auch die durchschnittliche Einzelspende erfreulich hoch. Aktives Fundrising wurde im vergangenen Jahr betrieben zugunsten der Realisierung des Begegnungszimmers, welches vollständig mit Spendemitteln finanziert werden konnte. Zahlreiche auch kleine Zuwendungen sind sehr willkommen und verhelfen unserer Klientel im Alltag zu besonderen Erlebnissen. Die Anzahl der Spendenden ist ein Indiz für den Bekanntheitsgrad und das öffentliche Image der Rodtegg.

Informationen zu den Daten

Die Rodtegg als private Organisation im sozialen Bereich ist auf Spendengelder angewiesen. Zuwendungen werden nie zur Finanzierung laufender Aufgaben bzw. von Investitionsaufgaben verwendet. Vor der Verwendung von Spendengeldern wird abgeklärt, ob keine Mittel von Versicherungen, der öffentlichen Hand oder allenfalls von privaten Geldgebern erhältlich sind. Spenden werden ausschliesslich nach dem Willen der Spender/-innen eingesetzt.