Ergebnisse

Was hat die Rodtegg erreicht, was will sie in Zukunft erreichen?


Der Bereich «Ergebnisse» dokumentiert, was die Rodtegg in Bezug auf «Ausrichtung» und «Realisierung» erreicht hat. Der Blick ist prognostisch auf künftige Entwicklungen gerichtet. Ergebnisse werden hier unterschieden in «Wahrnehmungen der Interessengruppen» und «Strategie- und leistungsbezogene Ergebnisse». In diesen Bereichen sind die Daten und Kennzahlen der aktuellen MR grafisch eingearbeitet. Zielvorgaben und Benchmarks helfen die Ergebnisse der Rodtegg in einen grösseren Rahmen einzuordnen.

Warum überhaupt eine MR? Die strategische und operative Führung der Rodtegg setzen sich systematisch mit der Qualität der Leistungserbringung und mit dem Qualitätsmanagement auseinander. Dabei treffen sie auf der Grundlage von Kennzahlen, Daten und Fakten Entscheide für die Weiterentwicklung der Rodtegg. Als Bewertungsgrundlagen werden Ergebnisse aus Audits, Befragungen und der Datenanalysen herangezogen.

Wahrnehmungen der Interessengruppen

Zufriedenheit und Kohärenzgefühl Mitarbeitende

Die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden der Rodtegg liegt seit Jahren auf sehr hohem Niveau. Die seit 2012 leicht sinkende Zufriedenheit war zurückzuführen auf kantonale Sparvorgaben (z.B. höhere Arbeitszeitverpflichtung), die Reorganisation von 2014 bis 2017 sowie den Mutationen im Zusammenhang mit der Angebotsverschiebung (weniger Kinder– und Jugendlichegruppen, mehr Erwachsenengruppen). Dieser Trend konnte mit der Umfrage im Pandemiejahr 2021 nach oben gebrochen werden.
Die höchsten Werte erreichten 2021 “Arbeitsfähigkeit” und “gehe gerne zur Arbeit», gefolgt von “werde respektvoll behandelt”. 88% der Mitarbeitenden würden die Rodtegg weiterempfehlen. Die tiefsten Werte erreichten “Zusammenarbeit zwischen den Bereichen” und “genügend Zeit um Arbeit zu erledigen”. Zusammenfassend lassen die jüngsten Ergebnisse den Schluss zu, dass die Mitarbeitenden der Rodtegg über ein sehr hohes arbeitsbezogenes Kohärenzgefühl verfügen und die Rodtegg als sinnstiftenden Arbeitsort erleben.

Informationen zu den Daten

Die Befragung der Mitarbeitenden wird im Dreijahresrhythmus durch eine externe Institution vorgenommen. Es handelt sich dabei um eine standardisierte und anonym vorgenommene Online-Befragung aller Mitarbeitenden. Der Rücklauf beträgt stets über 70%. Die ausgewiesene Zufriedenheit ist der gemittelte Wert aus den Antworten zu den Fragebereichen Arbeitsfähigkeit, Zufriedenheit, Freude, Arbeitsklima, respektvoll behandelt, genügend Zeit, um Arbeit zu erledigen, Aufgaben entsprechend Fähigkeiten, Selbstständigkeit, Arbeitsabläufe definiert, Ideen ernst genommen, gehe gerne zur Arbeit, gute Balance, Abschalten, Rodtegg weiterempfehlen. Das Ergebnis des Kohärenzgefühls ist der Mittelwert aus den Ergebnissen der Antworten zu Kohärenzgefühl, Sinnhaftigkeit, Verstehbarkeit und Handhabbarkeit. Als Referenzwert zum Kohärenzgefühl bei Erwerbstätigen in der Schweiz liegt bei 72%. Die nächste Umfrage ist für den Sommer 2024 geplant.

Zufriedenheit ausgetretene Mitarbeitende

Die Ursachen, die zum Austritt aus einer Institution führen, sind vielfältig: Abschluss einer Ausbildung, berufliche Neuorientierung, unfreiwilliges Ausscheiden aufgrund Wegfall der Stelle, Pensionierung und weitere. Entsprechend unterschiedlich präsentieren sich die Motivationslagen am Ende der Zusammenarbeit. Die Austrittszufriedenheit der länger angestellten Personen stieg in den letzten Jahren moderat an und fällt zuletzt im Pandemiejahr 2021 auf das Niveau von 2018. Die Werte der befristet Angestellten (Praktika) liegen darüber. Die Rückmeldungen bei den mündlichen Austrittsgesprächen zeigen uns immer wieder, dass die Mehrheit der Austretenden positiv auf die Zeit in der Rodtegg zurückblickt, was uns wichtig ist.

Informationen zu den Daten

Seit 2016 führt die HSLU die Abgängerbefragung durch. Der Link zur Befragung wurde per Mail allen ausgetretenen Mitarbeitenden zugestellt. 16 Personen haben den Fragebogen 2021 ausgefüllt, was einem Rücklauf von 50% entspricht. Unter den Antwortenden sind zwei Personen, welche die Rodtegg unfreiwillig verlassen haben. Die Auswertung erfolgt per Stichtag (31.12.) durch die HSLU, sofern die Mindestzahl N >10 erreicht wird. Die Daten zeigen den durchschnittlichen Zustimmungswert zur Frage: “Wie zufrieden waren Sie insgesamt mit Ihrer Arbeitssituation?” Die Antwortmöglichkeiten verlaufen auf einer Skala von 1 (trifft überhaupt nicht zu) bis 10 (trifft absolut zu).

Zufriedenheit Erwachsenen-Klientel

Die Umfrageergebnisse bei der Erwachsenen-Klientel und bei Beiständen zeugen von einer konstant hohen Zufriedenheit mit allen Fachbereichen der Rodtegg. Damit werden die informellen Feedbacks aus dem Alltag empirisch bestätigt. Im Langzeitvergleich tendiert die Einschätzung von “sehr gut” zu “eher gut”. Gründe dafür lassen sich nicht eindeutig einer einzigen Thematik zuführen. Die veränderte Zusammensetzung der Altersgruppen spielt eine Rolle: So sinkt seit 2014 der Anteil Lernender in Ausbildung markant. Parallel steigt die durchschnittliche Anzahl Jahre, welche die Klientel in der Rodtegg leben. Aus den Umfragen gehen viele Hinweise ein, die in allen Bereichen sorgfältig gelesen und als Verbesserungschancen verstanden werden. Alle unsere Bestrebungen zielen auf die Beibehaltung einer guten bis sehr guten Zufriedenheit unserer Klientel. Für sie sind wir da.

Informationen zu den Daten

Die Befragung der Erwachsenen-Klientel erfolgt im Dreijahresrhythmus durch eine externe Institution. Die Fragen werden auf die Klientel adaptiert. Bei den Befragungen handelt es sich um Vollerhebungen anhand von mündlichen Leitfadeninterviews vor Ort. Die Rücklaufquote 2020 beträgt bei 42 befragten Personen aus der bürowärkstatt, der Bürofachschule, der Wohnstudios und des Fachbereiches 18+ 100%. Aufgrund der eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten einzelner Klientel der 18+ wurden zusätzlich 13 Beistände befragt. Die dargestellte Zufriedenheit ist der gemittelte Wert zur Frage über die “allgemeine Zufriedenheit” (100%=sehr gut; 66%=eher gut; 33%=eher schlecht). Unser Zielwert bei gemittelter Zufriedenheit liegt bei 75%. Die nächste Befragung findet 2023 satt.

Zufriedenheit Angehörige von Lernenden

Die Ergebnisse liegen seit Jahren konstant auf sehr hohem Niveau. In Zukunft gilt es primär das hohe Level der Zufriedenheit mit der Betreuung in der Separativen Sonderschule (SeS) zu halten. Bei weiteren qualitätssteigernden Massnahmen ist das Kosten-Nutzenverhältnis im Auge zu behalten. Kantonale Vorgaben z.B. zu Sammeltransporten oder zur Fachpersonalquote (Betreuungsverhältnis) müssen eingehalten werden.
2019 würden 94% der Befragten die Rodtegg weiterempfehlen, was für eine sehr hohe Zufriedenheit mit der Institution und ihren Dienstleistungen spricht. Der sinkende Rücklauf muss bei der nächsten Befragung beobachtet werden. Die nächste Befragung findet im Frühjahr 2022 statt.

Informationen zu den Daten

Die Befragung der Eltern oder Beistände der Lernenden wird im Dreijahresrhythmus durch eine externe Institution durchgeführt. Methodisch handelt es sich um eine standardisierte Online-Befragung. Der Link zur Umfrage wurde der Zielgruppe per E-Mail zugestellt. 2019 wurden 99 Angehörige zur Teilnahme an der Befragung eingeladen, wovon 37 Personen teilgenommen haben, was einen geringen Rücklauf von 37% darstellt. Die Rücklaufquote ist somit im Vergleich zu 59% im Jahr 2016 und 72% im Jahr 2013 deutlich niedriger. Die ausgewiesene Zufriedenheit ist der gemittelte Wert aus den Antworten zu den einzelne Fragebereichen. Unser Zielwert bei gemittelter Zufriedenheit liegt bei 80%.

Strategie- und Leistungsbezogene Ergebnisse

Anzahl Mitarbeitende

Die Rodtegg wächst in den letzten Jahre kontinuierlich und gehört zu den grössten Zentralschweizer Organisationen im Sozialbereich. Ein Treiber des Wachstums bildet die Angebotsverschiebung vom einstigen Wocheninternat für Kinder und Jugendliche hin zu 18+. Diese Wohnform für Erwachsene ist ein 365-Tage-Angebot und benötigt grossen Betreuungsaufwand. Die zunehmend komplexen Krankheitsbilder der Klientel erfordern mehr Pflegefachkräfte. Die bisher höchste Anzahl Mitarbeitende im Jahr 2021 ist auf sehr gute Auslastung der Angebote und auf eine Arbeitszeitreduktion per 1.8.2020 zurückzuführen.

Informationen zu den Daten

Anzahl Mitarbeitende gibt an, wieviel Personen mit der Rodtegg in einem Arbeitsverhältnis stehen. Zu unterscheiden sind Festangestellte und befristet Angestellte: Zu befristet Angestellte werden Praktikant*innen, Aushilfen, Stellvertretungen, BFL sowie Mitarbeitende mit Lehrvertrag gezählt. Nicht eingerechnet werden Zivildienstleistende oder Praktikant*innen ohne Vertrag. Klient*innen der bürowärkstatt haben einen Arbeitsvertag der Rodtegg und sind als Mitarbeitende erfasst. Stichtag für die Datenerfassung ist der 31.12.

Vollzeitäquivalente und Anstellungsgrad

Die Entwicklung bei den Vollzeitäquivalenten bildet das kontinuierliche Wachstum der Rodtegg ab. Grundlage des Wachstums ist die allmähliche Angebotsverschiebung vom Wocheninternat hin zu 18+. Diese Wohnform für Erwachsene ist ein 365-Tage-Angebot und erfordert hohen Betreuungsaufwand. Die wachsende Anzahl Fachkräfte in den Bereichen Pflege und Schule liegen in den zunehmend komplexen Krankheitsbildern der Klientel begründet. Zum markanten Anstieg der VZÄ im Jahr steuert die Arbeitszeitreduktion per 1.8.2020 zusätzlich bei. Bei den Anstellungen zielen wir auf einen durchschnittlichen Anstellungsgrad von 70% und damit auf einen ausgewogenen Mix an Pensen.

Informationen zu den Daten

Vollzeitäquivalent (Abkürzung: VZÄ) gibt an, wie viele Vollzeitstellen sich rechnerisch aus den Pensen der Teilzeitbeschäftigten ergeben. Diese hypothetische Grösse besagt, wie hoch die Zahl der Erwerbstätigen wäre, wenn es nur Vollzeitarbeitsplätze gäbe. Der Anstellungsgrad ermittelt sich aus der VZÄ und der Anzahl festangestellten Mitarbeitenden.

Ausbildungsplätze Personal

Die Rodtegg entscheidet sich bewusst und aus strategischen Überlegungen dafür Ausbildungsbetrieb zu sein. Im Bereich berufliche Grundbildung werden EFZ Kauffrau*Kaufmann, EFZ Fachfrau*Fachmann Betreuung (FaBe) und EFZ Koch*Köchin, EFZ Diätkoch*köchin ausgebildet. Im Tertiär-Bereich stehen Ausbildungsplätze für Sozialpädagogik, Arbeitsagogik und Heilpädagogik zur Verfügung.
Im Vergleich zur schweizerischen Lernendenquote liegt die Rodtegg höher und sie leistet damit einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel. Bis heute ist die Rodtegg in der Lage das notwendige Personal zu rekrutieren. Häufig nehmen ehemalige Praktikanten*innen oder Lehrabsolventen*innen nach Abschluss in der Rodtegg eine Festanstellung an.
Der Anstieg im Tertiär-Bereich nach 2014 erklärt sich mit dem Ausbau des Angebots 18+ (365 Tage-Angebot). Seither konnten mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden.

Informationen zu den Daten

Die duale Lehre gehört zur beruflichen Grundbildung der Schweiz. Sie kann in einem EFZ-Beruf oder in einem EBA-Beruf absolvierten werden. Nach der beruflichen Grundbildung besteht die Möglichkeit eine Ausbildung im Tertiär-Bereich (Höhere Fachschule, Fachhochschule und Pädagogische Hochschule) zu absolvieren. Die Rodtegg bietet Ausbildungsplätze in beiden Bereichen an. Stichtag der Datenerhebung ist jeweils der 31.12. Nicht eingerechnet sind befristete Praktika im Rahmen von Vollzeitausbildungen (Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Sozialpädagogik). Als Referenzwert für die berufliche Grundbildung wird die schweizerische Lernendenquote (Anzahl Lernende pro 100 Vollzeitstellen) die bei knapp 5% liegt beigezogen.

Fachpersonalquoten Wohnen

Bei der Fachpersonalquote gilt es zwischen widersprüchlichen Ansprüchen zu balancieren. Einerseits ist hohe Fachlichkeit und Betreuungsqualität anzustreben, anderseits muss dieser Anspruch finanziert werden können. Bei der Zusammensetzung der Teams streben wir einen geeigneten Mix von Fachpersonal wie ausgebildete Sozialpädagog*innen, FaBe und auch günstigere Betreuungsassistent*innen ohne pädagogische oder pflegerische Ausbildung an.
Im Bereich A übertrifft die Rodtegg den Richtwert seit einigen Jahren markant. Im Bereich B wird der Richtwert ebenfalls zunehmend deutlich übertroffen. Vgl. dazu die Kennzahl “Personalfluktuation”.
Fachpersonalmangel in Pflege- und Betreuungsberufen bereitet auch uns Sorge. Um qualifiziertes Personal zu erhalten sind weiterhin grosse Anstrengungen notwendig. Die Rodtegg bemüht sich eine attraktive Arbeitgeberin und Ausbildungsstätte zu sein.

Informationen zu den Daten

Die Fachpersonalquote ist eine Qualitätsanforderung an das Fachpersonal in SEG-Einrichtungen des Kantons Luzern. Sie definiert eine Mindestzahl des Betreuungspersonals, welches über eine anerkannte Ausbildung verfügen muss. Im Bereich A (Wohnen Kinder & Jugendliche) sind dies 66%, im Bereich B (Erwachsene) 50%. Als Fachpersonal gelten Betreuungspersonen, die über einen eidgenössisch anerkannten Ausbildungsabschluss im Sozial- oder Gesundheitsbereich oder über einen interkantonal anerkannten Abschluss im Betreuungsbereich verfügen. Mitarbeitende, die sich auf tertiärer Stufe in Ausbildung befinden, werden voll eingerechnet. Mitarbeitende in beruflicher Grundbildung werden im letzten Jahr zur Hälfte als Fachpersonal angerechnet.

Personalfluktuation

Seit mehreren Jahren beobachtet die Rodtegg eine Tendenz zu wachsendem Personalwechsel. Diese Entwicklung wurde im Covid-Jahr 2021 gebrochen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es sich dabei um eine Trendwende handelt. Die langfristige Steigerung der Fluktuationsrate hängt ursächlich mit der Verlagerung des Wohnangebotes von Kinder und Jugendliche in den Erwachsenenbereich (18+) zusammen. Die Verweildauer des Personals im pflegeintensiven Bereich 18+ ist geringer als im Bereich Kinder & Jugendliche. Ein einmaliger Effekt wirkte im 2020 mit dem Abgang aller IS-Lehrpersonen Ende Juli aufgrund eines kantonalen Entscheides.
Grosse Fluktuation fördert Verlust von Know-how und administrativen Aufwand. Die Rodtegg bemüht sich ihr Personal mit attraktiven Anstellungsbedingungen (Sozialversicherungen, Fringe Benefits und Kultur) zu halten. Unser Angebot an Ausbildungs- und Praktikumsplätzen (vgl. Kennzahl Ausbildungsplätze) hilft uns, Fachkräfte auszubilden und später anzustellen.

Informationen zu den Daten

Fluktuation bezeichnet den Wechsel des Personals in einer Unternehmung. Die Fluktuationsrate misst per 31.12. den Anteil der Abgänge der festangestellten Mitarbeitenden an der Anzahl der festangestellten Mitarbeitenden. Klientel mit einem Arbeitsvertrag sind bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Eine tiefe Zahl deutet auf hohe Stabilität im Personal hin.

Gesundheitsbedingte Absenzen

Absenzen vom Arbeitsplatz Rodtegg sind zumeist gesundheitsbedingt. Die Werte sinken in den letzten Jahren und fallen 2020 erstmals knapp unter den BFS-Referenzwert. Die Quote von knapp 3.7% entspricht einem Ausfall von zwei Wochen Arbeitszeit, was beträchtliche Kostenfolge hat. Die hohen Ausfälle im Gesundheits- und Sozialbereich erklären sich einerseits mit arbeitsbedingter Nähe zur Klientel mit entsprechender Ansteckungsgefahr. Anderseits ist strenge körperliche Arbeit im Betreuungsalltag bei Schwangerschaft (in der Rodtegg werden 78 % der VZÄ von Frauen belegt) oder körperlicher Verletzung oft kaum möglich. Als Arbeitgeberin hat die Rodtegg auf Absenzen mit Ursache Mutterschaft, Militär, Krankheit von Kindern keinen Einfluss. Hingegen konnte erfreulicherweise im Covid-Jahr 2020 mit Schutzkonzept und konsequenten Vorkehrungen ein Anwachsen der Absenzen verhindert werden.

Informationen zu den Daten

Die Quote der gesundheitsbedingten Absenzen in Folge Krankheit oder Unfall wird auf der Basis der geleisteten Arbeitsstunden ermittelt. Eine Quote von 4% bedeutet, dass bei 300’000 Arbeitsstunden 12’000 Stunden ausfallen. Die Daten entstammen dem Zeiterfassungssystem der Rodtegg. Bei den Krankheitsabwesenheiten sind neben Krankheiten auch Militär/Schwangerschaften und die Betreuung von kranken Kindern erfasst. Bei Unfällen handelt es sich um Betriebs- und Nichtbetriebsunfälle. Der Referenzwert stammt vom Bundesamt für Statistik (BFS) und ist repräsentativ für Sozial- und Gesundheitsberufe.

Betriebs- und Nichtbetriebsunfälle

Das Jahr 2021 brachte mehr Unfälle im Betrieb und in der Freizeit als das Vorjahr. Die Werte liegen im Schnitt der Vorjahre und neuerdings wieder über dem Schweizer Referenzwert. Die meisten NBU passieren bei Outdooraktivitäten wie Skifahren, Wandern, Radfahren. Das Rekordtief im Jahr 2020 steht im Kontext von Lockdown und den Aktivitätseinschränkungen im ersten Covid-Jahr. Die Rodtegg arbeitet mit Sensibilisierungskampagnen und regelmässigen Sicherheitsaudits präventiv an Unfallvermeidung.

Informationen zu den Daten

Die Angaben sind hochgerechnet auf 100 Vollzeitstellen. Damit können die Referenzwerte von 500 ausgewerteten Heimen in der Schweiz zwischen 2005 und 2020 zum Vergleich beigezogen werden. Der Berufsunfall (BU) ist ein Unfall eines Arbeitnehmers, den dieser während der Arbeitszeit oder auf dem Arbeitsweg erleidet. Der Nichtbetriebsunfall (NBU) ereignet sich in der Freizeit. Berücksichtigt sind alle BU und NBU von Rodtegg Mitarbeitenden (ohne Klient*innen der bürowärkstatt).

Vorkommnisse

Die Anzahl der gemeldeten Vorkommnisse ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen und liegt unter den Werten von 2018 und 2019. 2021 fand kein pandemiebedingter Lockdown statt (wie im Frühling 2020), bei dem ein grosser Teil der Mitarbeitenden und Klientel zu Hause war. Seit vielen Jahren liegt die Anzahl gemeldeter Vorkommnisse massiv über dem Referenzwert der Schweizer Heime. Wir führen das zu einem guten Teil auf die grossen Sensibilisierung der Mitarbeitenden für Sicherheitsfragen und auf eine offene Fehlerkultur zurück. Vorkommnisse können neuerdings einfach auf Sharepoint erfasst werden. Dieser niederschwellige Zugang steht allen Mitarbeitenden offen und erlaubt transparentes “Fehlerlernen” in der ganzen Organisation. Mit internen Weiterbildungen und Präventionskampagnen motiviert die Rodtegg die Mitarbeitenden zur Sicherheit beizutragen. Bei den erfassten Vorkommnissen handelt es sich hauptsächlich um Nichteinhalten von Regeln und um Stolpern oder Stürzen. Häufig ergehen Meldungen im Zusammenhang mit Medikamenten rüsten/verteilen und im Umgang mit Fahrzeugen.

Informationen zu den Daten

Als Vorkommnisse gelten Unfälle oder Beinaheunfälle von Mitarbeitenden und Drittpersonen (Besucher*innen, Passanten etc.). Diese werden von Mitarbeitenden zur kontinuierlichen Verbesserung und zur Erhöhung der Sicherheit gemeldet. Die Anzahl ist auf 100 Vollzeitstellen hochgerechnet, womit sie mit anderen Institutionen verglichen werden kann. Als Referenzgrösse gelten die gemeldeten Vorkommnisse in Schweizer Heimen von 2005-2020.

Klientel- und Verwaltungsarbeit Wohnen

Das Ziel, möglichst viel Anteil der Arbeitszeit direkt für die Klientel einzusetzen, wird zunehmend besser erreicht. Der notwendige Anteil an Verwaltungsaufwand reduziert sich weiter, was auf optimierte Administrations-Prozesse hindeutet. Demgegenüber wächst der Anteil Arbeitszeit direkt oder indirekt für die Klientel kontinuierlich. Hintergrund dieser Entwicklung ist einerseits der wachsende Fachbereich 18+ mit hohem Betreuungsverhältnis und bisweilen sogar einer 1:1-Betreuung über weite Teile des Tages. Anderseits zeigen sich hier erste Erfolge aus der strategische Zielsetzung der Digitalisierung im Verwaltungsbereich.

Informationen zu den Daten

Die Arbeitszeit wird in der Rodtegg detailliert geplant und erfasst. In der Grafik sind drei Kategorien dargestellt:
Die Arbeitszeit am Klientel (z.B. Hilfestellungen bei der Hygiene, beim Ankleiden, beim Essen; Gespräche führen; Freizeitbegleitung, einzeln oder in der Gruppe).
Die Arbeitszeit für die Klientel, in deren Abwesenheit (z.B. Kontakt mit Angehörigen; Vorbereitungsarbeiten; klientenbezogene, interdisziplinäre Zusammenarbeit; Klientel-Administration).
Arbeitszeit für Verwaltung / Support (Teambesprechungen; Mitwirkung in Arbeits- und Fachgruppen; Administration auf Führungsebene; Weiterbildungen).
In der Grafik sind Wohnen K&J, 18+ und Wohnstudios zusammengefasst. Anzumerken bleibt, dass die Anteile der Arbeitszeit am/für Klientel bei 18+ aufgrund des hohen Pflegebedarfs noch höher sind als bei den Wohnstudios. Im Wohnen K&J erhöht sich der Anteil an Kindern mit hohem Pflegebedarf zunehmend.

Pensenpool Sonderschule

Aufgrund des ausgetrockneten Personalmarktes mussten in den letzten Jahren “günstigere” Praktikumsstellen mit “teureren” Assistenten*innen besetzt werden. Der Betreuungsaufwand pro Lernende steigt kontinuierlich an und ein Trend der Zunahme von Lernenden mit komplexen Behinderungen ist auch für die kommende Jahre zu erwarten. Aufgrund dieser Entwicklungen wird es zunehmend schwieriger den Pensenpool einzuhalten. Der Pensenpool konnte im August 2021 knapp eingehalten werden, dies obwohl der Anteil an pflege- und betreuungsaufwändigen Lernenden in diesem Schuljahr nochmals angestiegen ist.

Informationen zu den Daten

Der Pensenpool ist ein kantonales Steuerungsinstrument für die Klassen- und Personalplanung der Sonderschulen. Die Gesetzgebung (SLR 409) sieht pro Lernende mit Körperbehinderung eine maximale Anzahl Wochenlektionen vor. Für Kindergarten sind das derzeit 7.2 Le, für die Basisstufe/Primarschule 9 Le und für die Sekundarschule 10.5 Le. Daraus lässt sich das Total der zur Verfügung gestellten Wochenlektionen (Pensenpool) ableiten. Die Anstellung des Lehrpersonals muss innerhalb des Pensenpools möglich sein, wobei die verschiedenen Lehrkategorien Heilpädagogen*innen, Klassenassistenten*innen, Schulpraktikanten*innen unterschiedlich gewichtet werden. Die Logopädie ist als pädagogisch-therapeutische Massnahme ebenfalls Bestandteil des Pensenpools (+/- 3%) . Die Einhaltung der kantonalen Vorgaben wird jährlich überprüft. Mit 2021 ist das Schuljahr 2021/2022 gemeint.

Angebotsauslastung

Wohnen Kinder und Jugendliche: Das Angebot Wocheninternat war 2021 erstmals seit Jahren komplett ausgelastet. Die Nachfrage nach Teilinternatsplätzen wächst weiter. Zurzeit teilen sich 6 Kinder 3 Plätze.
bürowärkstatt: In der bürowärkstatt gab es keine Abgänge bei den Klientinnen und Klienten, jedoch Pensenreduktionen, was sich auf eine tiefere Auslastung auswirkt. Die Auslastung nimmt seit mehreren Jahren ab. 2021 sind zwei Personen neu in die bürowärkstatt eingetreten. Per Ende Jahr waren es total 31 Personen.
Wohnstudios: Im Bereich Wohnen hat es 2021 bei der vollen Auslastung keine Veränderungen gegeben.
Wohnen 18+: Im Angebot 18+ gab es einen Wechsel. Der Platz konnte fast nahtlos besetzt werden und die drei Gruppen sind voll belegt.

Informationen zu den Daten

Der Kanton Luzern bestellt mit dem Leistungsauftrag eine maximale Anzahl an Plätzen in den Bereichen Wohnen und Arbeiten. Die Bedingungen, Berechnungseinheiten sowie die Finanzierung werden in Verträgen geregelt. Die Rodtegg strebt eine optimale Auslastung der Angebote an. Sie kann die Auslastung nur begrenzt beeinflussen. Klient*innen werden teilweise durch die Dienststellen zugewiesen.

Ein- und Austritte Klientel

Im Vorjahr war ein deutlicher Rückgang der Schüler*innenzahl zu vermerken. 2021 dagegen ist von einem beachtlichen Wachstum zu berichten: lediglich 4 Lernende beendeten die Schulzeit, während 12 Lernende neu in die Separativen Sonderschule (SeS) eintraten.
Austritte: 2 Lernende begannen eine berufliche Berufsvorbereitung, bzw. -Ausbildung, eine Schülerin wechselte in ein Beschäftigungsangebot (Tagesbetreuung) und ein Schüler innerhalb der Rodtegg ins 18+.
Eintritte: 2 IS-Schülerinnen wechselten von der 6. Klasse der Regelschule in die Rodtegg, 1 Schülerin von der 3. Klasse und 1 Kind vom Kindergarten. Die weiteren 8 Neueintritte traten in die Rodtegg-Basisstufen ein.

Der Bereich Erwachsene verzeichnete einen Austritt im Angebot 18+. Dem gegenüber gab es 3 Eintritte, wovon eine Person von der Bürofachschule ins Angebot bürowärkstatt übertrat. Insgesamt brachte das Jahr 2021 deutlich weniger Wechsel bei der Klientel als im Vorjahr.

Informationen zu den Daten

Eintritt in die separative Sonderschule (SeS) erfolgt meist Anfang Schuljahr über Neueinschulung oder Übertritt aus integrierter Volksschule. Unterjährige Eintritte sind selten. Der Austritt aus SeS erfolgt in der Regel bei Erreichung der obligatorischen Schulpflicht oder ausserordentlich bei Wegzug, Todesfall oder ähnlich.
Der Eintritt in den Bereich Erwachsene kann von intern ab SeS erfolgen oder von externen Institutionen. Gründe bei Austritt Erwachsene können ein Übertritt in eine andere Institution, in das Assistenzmodell oder ein Todesfall sein. Die Bürofachschule, ein Angebot der IV, ist in dieser Darstellung nicht abgebildet.

IBB-Einreihung Klientel

Die Finanzierung der Leistungen im Bereich Wohnen und Tagesstruktur erfolgt seit 2020 nach IBB. Bereits im Jahr 2018 wurden probeweise IBB-Einreihungen vorgenommen. Die Jahre 2020/2021 zeigen eine gewisse Konsolidierung im Bereich Wohnen und in der Tagesstruktur. In der Tagesstruktur zeichnet sich die Situation im Jahr 2022 in einem ähnlich Rahmen ab. Veränderungen gibt es ab 2022 beim Wohnen und in der Tagesstruktur, wo drei Personen von IBB 4 zu IBB 3 oder tiefer herabgestuft wurden. Hintergrund dafür ist ein externes Audit, das vom Kanton in Auftrag gegeben wurde. Bei der Klientel gab es in jüngster Zeit keine markanten Veränderungen.

IBB-Einstufung Klientel Tagesstruktur

IBB-Einstufung Klientel Wohnen

Informationen zu den Daten

Mit der Einführung des Individuellen Betreuungsbedarfs (IBB) wurde die bisherige pauschale Objektfinanzierung durch eine individuelle subjektorientierte Leistungsabgeltung abgelöst. Der Betreuungsbedarf setzt sich zusammen aus der Einschätzung der Hilflosigkeit durch die Ausgleichskasse und IV und aus der Einstufung gemäss der IBB-Indikatorenraster durch die Einrichtung. Der Betreuungsbedarf wird nach Häufigkeit der Betreuungsleistung quantifiziert und in fünf Stufen (IBB 0 bis 4) gruppiert. Die Betreuungsleistungen werden unterteilt in die Kategorien “Wohnen”, “Tagesstruktur ohne Lohn” und “Tagesstruktur mit Lohn”. Die Daten beziehen sich auf die Klient*innen im IVSE-Bereich B (ohne Lernende der Bürofachschule).

Kostenentwicklung

Der Anteil Personalkosten am Gesamtaufwand der Rodtegg erhöht sich in den letzten Jahren leicht und stetig im Bereich von 80%. Der Anteil der Sachkosten hat im Jahr 2021 leicht zugenommen und liegt neu bei 14%. Die Position Abschreibungen und Finanzaufwand war in den letzten Jahren rückläufig. Die kontinuierliche Abnahme lässt sich ursächlich der tiefen Verzinsung der Hypotheken und dem ab 2017 gesetzlich neu limitierten Abschreibungssatz auf 2.5% (vormals 4%) zuschreiben. Im Jahr 2020 konnte zudem das Schulgebäude vollständig abgeschrieben werden.

Informationen zu den Daten

Die Darstellung zeigt den Anteil der Personal-, Sachkosten und des Finanzaufwand am finanziellen Gesamtaufwand der Rodtegg. Die Daten entstammen den betreffenden Jahresabschlüssen.

Spenden

Im Jahr 2021 haben 518 Personen, Firmen und Stiftungen der Rodtegg rund CHF 160’000 gespendet. Das ist eine rekordhohe Anzahl Einzelspenden. Die durchschnittliche Höhe der Spende liegt mit CHF 306 im langjährigen Schnitt. Im Jahr 2019 wurde zur Realisierung des Begegnungszimmers ein Fundrising betrieben, das grössere Beträge generierte. Die neue Spendenwebsite erlaubt bequemes Online-Spenden, neuerdings auch mit Twint.
Knapp CHF 60’000 Spenden wurden im 2021 verwendet: Ein Drittel davon für Ferien und Sondertherapien, ein Drittel für die Vorbereitungen des auf 2022 verschobenen 40-Jahr-Jubiläums. Weitere realisierte Spendenprojekte sind auf der Website vorgestellt.
In der Rodtegg ist jede Einzelspende sehr willkommen und dies ungeachtet der Höhe des Frankenbetrages. In jeder Spende steckt immer eine freundschaftliche Geste der Verbundenheit mit unserer Klientel und Organisation.

Anzahl Einzelspenden und durchschn. Spendenhöhe

Spendenverwendung 2020

Informationen zu den Daten

Als private Organisation im sozialen Bereich ist die Rodtegg auf Spendengelder angewiesen. Zuwendungen werden nicht zur Finanzierung laufender Aufgaben verwendet. Sie sollen in erster Linie unserer Klientel und den Mitarbeitenden zugute kommen. Vor der Verwendung von Spendengeldern wird abgeklärt, ob Mittel von Versicherungen, der öffentlichen Hand oder von privaten Geldgebern erhältlich sind. Spenden werden immer nach dem Willen der Spender*innen eingesetzt.